Robinson


Länge ü.a. 5700
Länge 4700
Länge Wasserlinie 4250
Klüver 700
Größte Breite 1430
Breite im Wasser 1220
Tiefgang - unbeladen 50
Mit ca. 200 kg 100
Mit Crew und Schwert 600
Segelfläche Vorsegel 2,14 qm
Sprietsegel 4,9 qm
Mastlänge 3300
Baumlänge 2200


Ein zu groß geratener Opti mit zwei ebenso zu groß geratenen Sprietsegeln und evtl. noch einem handtuchgroßen Klüver vorne dran - das ist ein Robinson. Eckig, kanting, ein wenig klobig , von windschnittig gar nicht zu reden. Dafür aber unheimlich vielseitig. Zum Segeln ist schon eine richtige Mannschaft von drei bis fünf Kindern nötig, denn ohne Team-Work geht's eben nicht voran. Durch die einfache Besegelung und die überschaubare Größe sind Robinsons aber auch schon für Kinder im "Opti-Alter" gut zu handhaben, schnell auf- und abzuriggen und relativ einfach zu transportieren. Ohne Segel gibt so ein Robinson ein prima Boot zum Paddeln ab, etwa für Touren auf kleinen Flüssen. Und wenn das Wasser selbst zum Paddeln zu schmal und flach wird, geht's eben nach Wikingerart auf dem Landweg weiter, bis der Fluss wieder "schiffbar" ist.

Gebaut und vertrieben wird der Robinson vom Freizeitheim und Segelzentrum Haus Warwisch e.V. in Hamburg-Kirchwerder. Dort gibt es das Boot entweder als Rohbau oder als kompletten Bausatz zum selber bauen. Wie's geht, können Interessierte auf den Robinson-Bauseminaren lernen, die ebenfalls im Haus Warwisch angeboten werden. Das Selbstbauen mit der künftigen Mannschaft gehört zum Konzept, das die Väter des Robinsons im Hinterkopf hatten. Entsprechend einfach wurde das Boot gestaltet, so dass auch Nicht-Bootsbau-Erfahrene mit ihren Kinder- und Jugendgruppen schwimm- und segelfähige Robinsons zustande bringen.
Fast alle Robis wurden von ihren künftigen Mannschaften mit ihren Betreuern ganz oder teilweise selbst gebaut, etwa während Schul-Projektwochen oder während der Winter-Saison. Im selbstgebauten Boot macht das Segeln im Sommer gleich doppelt Spaß und die langweilige Winterarbeit daran ist vielleicht gar nicht mehr soooo langweilig.

Rückblick: "Robinson - Ein Kutter für Kinder; "Da kann man mal wieder quatschen"" titelt die "Yacht" 1978. Ein Jahr zuvor war der erste "Robinson" in Hamburg vom Stapel gelaufen. Von einigen Mitgliedern der "Interessengemeinschaft Segeln und Fahrt" (IGSF) für die Kinder- und Jugendarbeit entwickelt, zusammengebaut in einer Hinterhofwerkstatt in der Hamburger City. Der Doppel-Opti begeistert die "Kinder- und Jugendsegler Szene", die IGSF kann sich vor Anfragen kaum retten. Viele wollen das Boot mit ihren Kinder- und Jugendgruppen selbst bauen, ein "Robinson-Bausatz" muss her.
1981 gibt es die erste Robinson-Wettfahrt auf der Hamburger Außenalster, bei der Gelegenheit werden zwei weitere Robinsons der IGSF getauft.
1984 ist der Robinson-Bausatz "serienreif", es gibt eine genaue Bauanleitung für's Selbstbauen. Nach etlichen Versuchen hat sich das Nähverfahren am besten bewährt. Boden, Seitenwände, Bug- und Heckspiegel werden zunächst mit Kupferdraht miteinander vernäht, anschließend Kehlleisten mit Epoxidharz eingeklebt und der Rumpf damit endgültig fixiert, bevor die weiteren Einbauten wie Duchten und Luftkästen folgen. Wird prompt ausprobiert, im Winter '84 bauen eine Mädchen- und eine Jungengruppe bei der IGSF parallel je einen Robinson. Das Boot der Mädchengruppe erweist sich am Ende als das handwerklich solidere. Von wegen Frauen und Technik...
1985 findet im Haus Warwisch in den Vierlanden das erste "Robinson-Bauseminar" für "Robi-Bauwillige" statt, die ihr künftiges Boot zusammen mit den künftigen Benutzern, den Kindern und Jugendlichen, selbst bauen möchten. 1985 gibt es auch die erste "Robinsonade" mit vielen Spielen auf und am Wasser. 13 Mannschaften treffen sich mit ihren Robinsons an der Außenalster. In und um Hamburg sind inzwischen mehr als 100 Robinsons unterwegs.

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