| Länge ü.A. |
6,63 m (21ft. 9 in.) |
| Länge Wasserlinie |
5,50 m (18 ft.) |
| Breite |
2 m (6 ft. 7 in.) |
| Gewicht |
400 kg (880 lbs.) |
| Segelfläche |
15,97 qm (172 sqft.) |
Jollenseglern sind sie zu schwerfällig und für eingefleischte Jugendwanderkuttersegler sowieso nur "osmotische Tupper-Schüsseln", viel zu klein und überhaupt. Man muß sie halt mögen die Longboote. Irgendwo zwischen Jolle und Kutter könnte man sie einordnen: Breit und hochbordig mit viel Stauraum lassen sich damit schon richtig gut Touren segeln, für einen ausgewachsenen Kutter aber immer noch zu klein. Dafür sind sie aber auch mit kleiner Mannschaft problemlos zu handhaben und können ohne weiteres auch mal per Trailer auf die Reise gehen.
Viel Platz gibt's unter der Persenning und eine Kopffreiheit, die jeden Jollensegler vor Neid erblassen läßt. Zu viert läßt sich darunter recht bequem hausen, sonst muß man halt ein wenig zusammenrücken. Der breite Rumpf gibt den Longbooten eine robuste Stabilität, in Tidengewässern läßt sich damit prima trockenfallen.
Die Wurzeln der Longboote liegen irgendwo in einer Scheune auf einer Farm im englischen Drascombe. John L. Watkins, pensionierter Bootsdesigner und ehemaliger Offizier der Royal Navy, baute sich dort in den sechziger Jahren den ersten Drascombe-Lugger, den kleinen Bruder vom Longboot. Er wollte ein familienfreundliches Segelboot, an dem aber auch er als passionierter Segler noch seinen Spaß hat. Hochbordig und sicher wegen der Kinder, stabil und nicht so kippelig, damit der Frau Gemahlin nicht schlecht wird, nicht so eng, damit der Familienausflug nicht zum sportlichen Ereignis wird, trotzdem flott und sportlich genug, damit auch Papa Watkins noch seinen Spaß hat.
Nach einer ernüchternden Analyse des Bootsmarktes war die Sache klar: Das künftige Familienboot wird selbst konstruiert und in der heimischen Scheune auf Kiel gelegt. Pate standen die Arbeitsboote der Fischer an der Nordost-Küste Englands, die sich wiederum an die Wikinger-Boote anlehnen.
Familie Watkins war hellauf begeistert von der Eigenkonstruktion. 1968 präsentierte John L. Watkins seinen Lugger auf der London-Boat-Show, nach einer halben Stunde war der verkauft und das Auftragsbuch füllte sich. 1970 folgte das drei Fuß längere Longboot, inzwischen gibt es "Drascombes" von knapp drei bis fast neun Metern Länge.
Inzwischen gibt es rund um den Globus eine große "Drascombe"-Fangemeinde, selbst Pazifik- und Atlantiküberquerungen soll es schon mit Luggern und Longbooten gegeben haben.
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